Editorial
 
Liebe Leser,

die Geschichte einer schwierigen Beziehung, der Beginn einer wachsenden Leidenschaft: Das jüdische Leben in Berlin. Es blüht wieder und wächst um eine neue Komponente, den Austausch mit Israel.

Israelis kommen gerne in die Hauptstadt, schockiert über die Vergangenheit, und doch auf der Suche nach Normalität. Nie war der Bogen zwischen Berlin und Tel Aviv, Jerusalem und Berlin so eng wie heute.

Gibt es für Juden und Israelis eine unbeschwerte Seite des Lebens in Berlin, eben dort, wo 1942 auf der Wannsee-Konferenz der Völkermord unterschrieben wurde? SPREE-AVIV findet: Ja, es gibt sie.

Das Judentum in Berlin ist bunt. Einfallsreich und frei schwebend wie die israelischen Künstler in Kreuzberg. Und immer interessant, wie im koscheren Restaurant, wo die Herdplatte von einem Rabbi wieder angeheizt werden muss, sobald sie unter 50 Grad abkühlt.

In Berlin spielen sich Juden, Christen und Moslems auf dem Bolzplatz kurze Pässe zu. Hier leben israelische Homosexuelle ihre Freiheiten aus.

Willy Kramer aka "Marat" spielt selbstironisch mit den Vorurteilen und Klischees über Israel und seine Bewohner.

Dennoch: Geschichtsvergessen sind die Israelis in Berlin aber nicht. Ikey Green wird bald einen Deutschen heiraten - lesen Sie ihr Bekenntnis über ihre Hassliebe zum Land der Täter.

Viel Spaß beim Lesen, Schauen und Hören

wünscht die SPREE-AVIV-Redaktion