Sängerin Ofri Brin
„In Berlin wirst du akzeptiert!“
 
Die Israelin Ofri Brin lebt und arbeitet seit zwei Jahren in der Hauptstadt. Die Musikerin liebt Berlin - weil es kreative Wirkungsstätte und ein Treffpunkt der Kulturen ist. Und doch: Das Zusammenkommen mit ihren Landsleuten ist immer ein besonderes Erlebnis für sie.

Die israelische Sängerin Ofri Brin lebt seit zwei Jahren in Berlin Freiheit - der Drang, sich nicht durch Restriktionen einschränken zu lassen, Banden nieder zu brechen, eigene Wege zu gehen. Freiheit - ein Wort, das Ofri Brin charakterisiert. Wie ein junges Reh, das neugierig durch den Wald rennt, ist die junge Israelin. Auch in optischer Hinsicht könnte keine Beschreibung treffender sein. Ihre lange, rote Lockenmähne, ihr zartes Antlitz und ihre unerschöpfliche Energie, die sie bei Auftritten an den Tag legt, begeistert ihre Fans, zieht sie mit. In ein Gehege, eine musikalische Schublade lässt sich die 26-Jährige nicht stecken. Die Musik, die sie mit ihrer Band Ofrin produziert, liegt irgendwo zwischen Jazzpop, melodiösen Uptempo-Nummern und Bluesrock. Die samtig-weiche, soulige Stimme der gebürtigen Israelin, verquickt mit lebendigen Instrumentalkompositionen, zieht die Zuhörer in ihren Bann.

Berlin als Abenteuer

Schon immer und in jeder Hinsicht wollte sie frei sein. Bereits im Alter von 17 zieht es das junge Energiebündel nach New York um Musik zu machen. In den kommenden zwei Jahren tourt sie mit einer professionellen Band durch Israel. Hier lernt sie ihren Freund Oded Kaydar kennen und lieben. 2005 folgt sie ihm nach Berlin. „Eine Entscheidung für die Liebe und für die Musik“, sagt sie. Berlin, das ist Abenteuer, Berlin, das ist kreative Freiheit. Die beiden gründen die Band Ofrin und produzieren ihr Debütalbum „Rust and Velvet“, zusammen mit Guy Sternberg (Produzent von 2Raumwohnung/ Maximilian Hecker). Und noch etwas ist ihr am Leben und Arbeiten in der Hauptstadt wichtig: „In Berlin wirst du unter allen Umständen akzeptiert. Du kannst Künstler sein, ohne der Beste der Besten zu sein.“

Berliner Publikum einzigartig

Israel ist Heimat und Familie, heimisch fühlt sich Ofri aber auch hier: Mit Freunden aus allen Teilen der Welt - und mit vielen Freunden aus der Heimat. Manche Israelis kommen zu jeder Show. Das Highlight: die zwei hebräischen Songs. „Dann sehe ich das Glänzen in ihren Augen“, beschreibt Ofri. Es macht sie glücklich, ihr Publikum begeistern zu können. Eine Show, das ist für die Vollblutmusikerin keine Darbietung. Sie will mit den Menschen kommunizieren und interagieren – sie sollen sich zugehörig fühlen. Und das funktioniert – mit einer gekonnten Mischung aus Leichtigkeit, Ironie und Witz. Das Berliner Publikum ist davon angetan. Die Band hat sich innerhalb weniger Monate bis an die Spitze der Berliner Musikclubs gespielt. Die Sängerin selbst bescheinigt dem Berliner Publikum Einzigartigkeit: „Sie sind nicht so zurückhaltend, sie nehmen gerne teil. Und sie haben dieses gewisse Mehr an Zeit. Sie warten bis zum allerletzten Ton eines Stückes, bevor sie in die Hände klatschen.“
Aber dennoch: es reicht ihr nicht. Sie will weitere deutsche Städte in ihren Bann ziehen, will entdecken, ausbrechen. Konzerte in anderen europäischen Ländern sind geplant. Wo es das aufgeweckte Reh zukünftig noch überall hinziehen wird? „Wo die Musik mich hintreibt!“ Momentan arbeitet Ofri Brin erst mal mit ihrer Band und Produzent Eddie Stevens (Moloko& Zero 7) am zweiten Album.

Astrid Bock